Ob Shampoo, Duschgel oder Deo, seit 2009 dürfen in der EU keine Kosmetika mehr verkauft werden, die an Tieren getestet wurden. Seit 2013 besteht in der EU ein umfassendes Tierversuchsverbot für Kosmetika. Wieso sind dann aber nicht alle Kosmetika tierversuchsfrei?
Das Tierversuchsverbot gilt nur für neue Produkte. Die alten Produkte dürfen weiterhin ohne Einschränkungen verkauft werden. Zudem bezieht sich das Verbot nur auf Inhaltsstoffe, die ausschließlich in der Kosmetik eingesetzt werden. Das sind nur 10 Prozent der Stoffe. Bei den anderen 90 Prozent der Stoffe, bestimmt die Gesellschaft für Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) welche Tierversuche zugelassen sind. Kosmetika werden vor allem auf die Sicherheit für Haut und Augen getestet.
So werden zum Beispiel Kaninchen Chemikalien entweder als Flüssigkeit in das Auge getropft, als Pulver in das Auge gegeben oder gasförmig in das Auge gesprüht, der Meerschweinchen auf die Haut aufgetragen oder in die Haut gespritzt, ohne dass die Tiere sich dagegen wehren können. Allein in Deutschland starben 2021 über 5 Millionen wehrlose Tiere durch die Tierversuchsindustrie. Ungefähr die Hälfte bei den Versuchen, die andere Hälfte, weil sie überflüssig waren.
Viele Kosmetikprodukte werden durch bestimmte Siegel auf ihrer Verpackung als „tierversuchsfrei“ gekennzeichnet, obwohl häufig trotzdem Inhaltsstoffe enthalten sind. Selbst zertifizierte Produkte sind also nicht zwingend tierversuchsfrei!
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