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 Exotische Tiere 

Zwergseidenäffchen - klein aber oho

Sie sind winzig, sehen aus wie Gremlins und sind so clever wie niedlich. Die Beliebtheit von Zwergseidenäffchen für den Haustiermarkt hat in den letzten Jahren rapide zugenommen. Klar, die sind ja klein, die kann man ja problemlos sogar in einer Stadtwohnung halten. Oder nicht?

Es ist schockierend: Gibt man „Zwergseidenäffchen“ in die Google-Suchleiste ein, erscheint als erster Vorschlag von Google: Zwergseidenäffchen zu verschenken. Es gibt etliche Anzeigen zum Verkauf der Tiere auf verschiedensten Onlineportalen. Einfacher kommt man fast nicht an ein Haustier.

So einfach wie es auf den ersten Blick aussieht, sich ein Zwergseidenäffchen anzuschaffen, ist es durch den Schutzstatus der kleinen Krallenaffen aber nicht. Denn um die Tiere legal in Deutschland zu halten, braucht man einen Sachkundeschein, muss die Herkunft des Tieres nachweisen, und muss die Tiere bei der zuständigen Behörde melden. Bei einem Besuch werden die Haltungsbedingungen überprüft.

Aber nicht nur wegen den behördlichen Hürden ist es eine furchtbare Idee, sich Zwergseidenäffchen als Haustier anzuschaffen. Aber warum?

Erstmal zu den Tieren: Zwergseidenäffchen sind die kleinsten Affen der Welt – mit ca. 12-15 cm Körpergröße (die 20 cm Schwanz nicht mitgerechnet). Sie sind in den südamerikanischen Regenwäldern heimisch, wo ihr Bestand in der Wildnis stark durch Habitatzerstörung abnimmt. Die Tiere sind, wie die meisten Affenarten, unglaublich sozial, intelligent und haben einen hohen Anspruch an Platz. Entsprechend groß und gut eingerichtet müssen die Gehege der Äffchen gestaltet werden, und es müssen immer wieder neue Reize gegeben werden, um Verhaltensauffälligkeiten aus Langeweile zu vermeiden.

Daher ist auch schon in den gesetzlichen Mindesthaltungsanforderungen neben einem Innengehege  auch ein wetterfestes Außengehege vorgeschrieben. Mitsamt der aufwendigen Innengestaltung des Geheges kommen da deutlich höhere Kosten auf einen zu, als die bloße Anschaffung eines Vogelkäfigs. Ganz vom aufwendigen Futterspektrum der kleinen Äffchen zu schweigen – oder sind Sie vertraut mit Gummi arabicum? Auch fressen die süßen Zwergseidenäffchen Insekten, teils sogar kleinere Reptilien oder Säuger –  Obst ist nur zu geringen Anteilen ein geeignetes Futtermittel. Empfindliche Nasen sollten wissen, dass die Tiere ihr gesamtes Territorium mit ihrem Urin markieren.

So einfach, wie es auf den ersten Blick aussehen mag, und die erste Internetsuche vermittelt, ist die Haltung von Zwergseidenäffchen also nicht – sie ist teuer, aufwendig, mit behördlichen Vorschriften gespickt und vor allem nicht tiergerecht.

Also: Hände weg von Zwergseidenäffchen – sie gehören nicht ins heimische Wohnzimmer!

 

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Bild: shutterstock.com / Shaun Jeffers

 

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