Einsatz 

 für 

 Exotische Tiere 

Wüstenfüchse – die ersten Opfer des Massentourismus

Klimatechnisch haben Europa und Afrika noch nicht viel miteinander zu tun – doch Wüstenfüchse, oder Fenneks, finden sich immer häufiger in deutschen Haushalten. Denn irgendwie ist ein Fennek doch auch nur ein Hund, aber eben ausgefallener – oder? Und so viel interessanter: Klein, flauschigeres Fell, schwarze Knopfaugen, eine Stupsnase und dann diese wahnsinnig riesigen markanten Ohren. Zum knuddeln.

Doch diese riesigen Ohren hat der Fennek mit einem guten Grund – sie dienen der Wärmeregulation, denn Wüstenfuchse leben in den Sandwüsten Nordafrikas. Ihre Bauten buddeln sie sich in weichem Boden und Sand – wo der Grund zu fest ist, kommt diese Art nicht vor. Fenneks sind sehr soziale Tiere und leben im Familienverband. Wie so viele weitere beliebte exotische Wildtiere sind sie dämmerungs – und nachtaktiv. Schon hier sollte deutlich werden, dass diese Tiere nichts als Haustier in einem deutschen Haushalt zu suchen haben.

Aus ihren Duftdrüsen sondern Fenneks bei Stress übrigens einen starken Moschusähnlichen Geruch ab – neben den ebenfalls beliebten Sugar Glidern also noch ein vermeintlich tolles Haustier, dass unseren empfindlichen Nasen eher nicht gefallen dürfte.

Die Beliebtheit des hübschen Wüstenfuchses geht übrigens auch auf den Massentourismus zurück - erst nach dem Aufblühen des Tourismus in Nordafrika wurden die Tiere vermehrt gefangen, um sie Touristen zur Schau zur stellen, sie mit Touristen zu fotografieren oder sie diesen eben zu verkaufen. Dadurch landeten die ersten Fenneks als Haustiere in den USA, wo Zuchtpaare stolze Preise von bis zu 1500 USD einbringen. Ein lukratives Geschäft, das den illegalen Handel mit den Tieren beflügelt. Nun wird der Wüstenfuchs auch bei uns immer beliebter und setzt die Art noch mehr unter Druck. 

In freier Wildbahn wird der Fennek immer noch gejagt, obwohl er mittlerweile in vielen Ländern unter Schutz steht. Zwar gilt sein Bestand bisher als nicht bedroht, die Datenlage zu der Bestandsgröße ist aber eigentlich völlig unklar. Der Rückgang des natürlichen Lebensraums, und die Bejagung der Tiere – einmal wegen ihres flauschigen Fells und einmal wegen des Bedarfs der Tiere als Haustier oder Touristenattraktion - macht es sehr wahrscheinlich, dass diese Art bedrohter ist, als bisher angenommen.

Also bitte – denken Sie nicht darüber nach, sich einen Wüstenfuchs als Haustier anzuschaffen! Sie können den Bedürfnissen der Tiere nicht gerecht werden und ihnen in keinem Fall eine artgerechte Haltung ermöglichen! Sie fördern auch den illegalen Handel mit den immer bedrohteren Tieren. Keine Option für echte Tierfreund*innen!

Wenn Sie uns in unserem Kampf gegen exotische Tiere in Haushalten unterstützen wollen, können Sie uns hier durch eine Spende helfen! 

Bild: hagit berkovich / shutterstock.de

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