Einsatz 

 für 

 Exotische Tiere 

Weißbüschelaffen - intelligent und keine Haustiere

Zugegeben: hier weiß wohl jeder, dass es sich nicht um ein einfaches Haustier handelt, was man einfach so in einen Käfig stecken und ein bisschen beobachten kann, oder das man frei in der Wohnung herumlaufen lassen sollte. Aber dass die Haltung eines solchen Äffchens trotzdem noch anspruchsvoller ist, als viele denken, hält einige nicht davon ab, es zu versuchen.

Als erstes sollte man wissen, dass diese Tiere keine witzige Anschaffung für kurze Zeit sind. Weißbüschelaffen werden in freier Wildbahn bis zu 12 Jahre alt und in Gefangenschaft könnte die Lebenserwartung sogar noch höher sein. Man muss sich also vor Augen führen, dass man sich so lange intensiv um diese Affen kümmern muss, wie um ein Kind.

Aber nicht nur einer dieser Affen lebt dann 12 Jahre bei seinem Besitzer. Sie leben in Gruppen von durchschnittlich neun Tieren in der Wildnis zusammen, und wer hier Abstriche macht, muss wissen, dass für Weißbüschelaffen durch ihre hohe Intelligenz die Kommunikation untereinander sehr wichtig ist. Sie verständigen sich durch Mimik, Gestik und Lautsprache und sind in der Lage, sich in andere hineinzuversetzen und Rücksicht auf sie zu nehmen. Die Gruppendynamik wird von einem fruchtbaren Anführerpaar bestimmt. Und fehlt ihnen diese soziale Struktur aus Artgenossen, werden die Affen aggressiv, depressiv oder schlicht und ergreifend psychisch krank, genau wie Menschen. Und auch der Besitzer oder eventuell andere Haustiere wie Hund oder Katze können niemals ein Ersatz für eine Affengruppe sein.

In freier Wildbahn ist ihr Revier bis zu 6 Hektar, also 6000 Quadratmeter groß und im besten Falle bewaldet, mit vielen Kletter- und Springmöglichkeiten. Eine solche Fläche und derartige Klettermöglichkeiten kann man den Tieren im heimischen Garten unmöglich bieten und ein Außen- und Innenkäfig sind kein Vergleich zu dem, was diese Tiere von Natur aus kennen und auch brauchen.

Man könnte jetzt denken, wenn’s dann Zuhause für die Affen ein bisschen kleiner ist, macht das nichts, schließlich wissen die Tiere ja gar nicht, wie so ein Wald tatsächlich aussieht. Aber das ist falsch. Denn will man sich Weißbüschelaffen als Heimtiere anschaffen, handelt es sich in den allermeisten Fällen um illegal aus der Wildnis gefangene und dann weitertransportierte Exemplare, die nun plötzlich von ihrer vorigen Gruppe getrennt und in die Privathaltung gegeben wurden. Also unterstützt man mit der Anschaffung nicht bloß die Haltung dieser Tiere, sondern auch illegalen Tierhandel und steigert durch, z.B. das Posten von Bildern und Videos die Nachfrage nach Weißbüschelaffen. Denn für den Betrachter wird die Haltung völlig verharmlost und so dargestellt, als wäre ein Affe ein völlig normales Haustier.

Und wem das alles immer noch nicht genug ist, der überlegt sich mal, wie er den Lebensraum für diese Affen zu gestalten hat. Ein durch eine Schleuse verbundenes Außen- und Innengehege mit Beheizungsmöglichkeiten, Beschäftigung, vielen Artgenossen und täglich frisches Obst und Gemüse können schon mal teuer werden. Und noch dazu kommen die Tierarztkosten, wenn es einem der Affen mal nicht so gut geht. Denn für einen solchen Exoten findet man nicht leicht einen passenden Arzt. Außerdem kommt man selbst mit diesem Kostenaufwand nie ganz an die tatsächlichen Bedürfnisse des Tieres heran.

Wer Weißbüschelaffen also ein artgerechtes und glückliches Leben bieten will, der lässt sie lieber in der Wildnis.

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Foto: shutterstock.com / konmesa

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