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Was lange währt, ...

Unser Kastrationsmobil ist endlich im Einsatz

Es ist ein Meilenstein im Tierschutz in Serbien und nun kann es endlich losgehen: Unser Kastrationsmobil in der ostserbischen Stadt Bor. Nach endlosen bürokratischen Hürden und starken Verzögerungen durch die Corona-Pandemie hat die Stadt nun begonnen, systematisch Hunde zu kastrieren. Das Tierarztmobil, ein umgebauter Krankenwagen, kommt vom ETN.

Jahrelang war Bor, eine Bergbaustadt nahe der Donau, eher für seine Umweltsünden als für positive Schlagzeilen bekannt. Doch seit Kurzem bringt man die Stadt mit fortschrittlichem Straßentierschutz in Verbindung. Im Jahr 2019 nahm unser Projekt dort seinen Anfang, eine ETN-Mitarbeiterin flog für Gespräche mit dem Bürgermeister nach Serbien und unterzeichnete eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadtverwaltung. Auch die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Tierschutzverein Borske Sape lief gut an.

Doch was dann folgte, stellte alle Tierschützer auf eine harte Geduldsprobe. Die Behörden in Bor und Belgrad verzögerten den Projektstart immer wieder durch neue Verordnungen – mal bekam das Mobil keine Zulassung für den Straßenverkehr, mal kamen vom Ministerium neue Vorgaben, wie ein Tierarztmobil auszusehen hätte. Die mobile Klinik ist die erste ihrer Art in Serbien und so gab es keine gesetzlichen Grundlagen, auf die man sich berufen konnte. Zu dem bürokratischen Irrsinn kam dann im Sommer 2020 noch die Coronakrise und das Projekt wurde derart verzögert, dass wir es schon als gescheitert erklären wollten. Doch wie so oft im Tierschutz lohnt es sich durchzuhalten.

Geduld zahlt sich aus

Als das Projekt schon fast gescheitert war, schafften es die Tierschützer in Serbien noch einmal Druck bei den Behörden zu machen und plötzlich konnte unser Kastrationsmobil im Schnelldurchlauf genehmigt werden. Nun sind die Tierärzte seit einigen Wochen an der Arbeit und der Erfolg kann sich bereits sehen lassen.

Auf Verordnung der Stadt sind alle Hundehalter in Bor fortan verpflichtet, ihre Hunde registrieren und kastrieren zu lassen. Mithilfe der Tierschützer von Borske Sape leisten die Tierärzte Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit und die Resonanz ist bei den meisten Einwohnern sehr positiv. Die Kastrationen sind für die Hundehalter kostenlos, da solch ein Eingriff in Serbien schnell mal ein halbes Monatsgehalt kosten kann. Daher kann es sich in einer Stadt wie Bor kaum jemand leisten, seinen Hund kastrieren zu lassen. Die Kosten für die Kastrationen sowie der Unterhalt des Tierarztmobils werden nun im Rahmen des Projekts vom ETN getragen. Indem nicht nur Straßentiere, sondern vor allem Privathunde kastriert werden, wird der fortwährende Zulauf neuer Streunerhunde gestoppt. Denn ausgesetzte und freilaufende Privathunde sind ein wichtiger Faktor für die stetige Vergrößerung der Streunerpopulation.

Mit dem Start unserer Kastrationskampagne wird dieser Kreislauf in Bor nun endlich durchbrochen und ein echtes Modellprojekt für den Tierschutz in Osteuropa geschaffen!

 

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