Einsatz 

 für 

 Straßentiere 

Projektbericht aus Asprovalta

In Asprovalta, einer touristischen Kleinstadt am Meer in Nordgriechenland, setzt sich die Tierschützerin Olga Sirkou mit ihrem Verein Odysseas seit Jahren für die Straßentiere der Stadt ein. Sie betreibt am Ortsrand ein kleines Tierheim und nimmt immer wieder verletzte und kranke Hunde und Katzen von der Straße, sowie unzählige Welpen und Kitten auf. Soweit möglich, füttert sie die Straßentiere der Stadt an mehreren Futterstellen. Um die Not der Streuner von Asprovalta nachhaltig zu lindern, hat der ETN gemeinsam mit Olga im Februar 2020 damit begonnen, kontinuierlich Kastrationen durchzuführen. Auch das Tierheim wird mit einer Übernahme von dringenden medizinischen Kosten und Futter unterstützt.

Um sich ein umfassendes Bild der Situation vor Ort und dem Fortgang der Kastrationsaktion zu machen, besuchte im Oktober 2020 Frau Renate von Heyden-Klaaßen, Vorstandsmitglied des ETN, das Projekt.

 

 Mein Besuch in Asprovalta 

Vom 24. bis 28.10.2020 flog ich nach Asprovalta, Griechenland, um dort das vom ETN geförderte Projekt zu besuchen. Sowohl der Flughafen Düsseldorf wie auch der in Thessaloniki waren, bedingt durch die Corona-Pandemie, wie leergefegt. Auch der kleine Ort Asprovalta schien fast ohne Einwohner und machte einen ärmlichen Eindruck auf mich. Straßentiere gab es dagegen enorm viele. Ich sah sehr viele Katzen und auch einige Hunde auf den Straßen, am Strand und an der Promenade umherlaufen.

Ein Refugium für Tiere in Not

Am nächsten Morgen besuchte ich das von Olga Sirkou geführte Tierheim, um mir dort einen guten Eindruck von der gesamten Anlage und deren Bewohnern zu machen. Dort leben ausschließlich Hunde. Die Katzen hat Olga in ihrem privaten Haus am Ortsrand von Asprovalta untergebracht. Diese räumliche Trennung halte ich im Sinne der Tiere für wichtig und sinnvoll.

Das Tierheim beherbergt aktuell 72 erwachsene Hunde meist großer Rassen und 21 Welpen. Das Tierheim ist nach wie vor ohne Strom, da die Stadt bisher keine Leitungen bis zum Tierheim verlegt hat. Aber es gibt etwas Licht aus einer Batterie und einen alten Generator, mit dem etwas Strom erzeugt werden kann. Wasser und eine Jauchegrube für die Fäkalien der Hunde sind glücklicherweise vorhanden.

Olga hat zurzeit drei große Hündinnen mit Welpen aufgenommen. Zwei davon sind so untergewichtig, dass man kaum glauben mag, dass sie ihre Welpen großziehen können. Aber Olga ist sehr erfahren und füttert auch die Welpen altersgerecht früh dazu, um die Hundemütter zu unterstützen. Ansonsten sind die Hunde bis auf einen Notfall mit Herzwürmern und Leishmaniose augenscheinlich gesund und munter. Die Hunde leben je nach Temperament allein oder in kleinen Gruppen mit bis zu drei Tieren zusammen. Die Gehege sind sehr hell und sauber und die Tiere immer mit frischem Wasser und ausreichend Futter versorgt. Die sehr gute Versorgung der beherbergten Tiere hat Olga auch ihrer Enkeltochter zu verdanken. Ich lerne sie mittags kennen und bin begeistert, wie fleißig und routiniert die beiden als Team zusammenarbeiten.

 Versorgung der hungernden Straßentiere

Nachdem die Tiere im Tierheim erstmal versorgt sind, fuhr ich mit Olga innerhalb des Ortes sowie in den angrenzenden Bezirken die Straßentiere füttern. Sie hat jeweils eine große Tonne Katzen- und Hundetrockenfutter im Auto und fährt bestimmte Futterplätze an, um die zahlreichen Straßentiere zu füttern. Es sind insgesamt über ein Dutzend feste Futterstellen, die meist an Parkplätzen, vor privaten Häusern, unter Bäumen oder an Müllcontainern liegen. Da Olga mehrfach die Woche diese Futterstellen anfährt, kennen die Tiere sie und ihr Auto gut und kommen aus allen Richtungen und Winkeln hervorgelaufen, um zu fressen. Um Ärger zu vermeiden, werden die Hunde abseits der Katzen gefüttert. Olga zeigte mir bei der Gelegenheit viele Tiere, die in Zusammenarbeit mit dem ETN bereits kastriert wurden. Die Katzen erkennt man an den eingeritzten Ohrspitzen, kastrierte Hunde tragen einen Knopf im Ohr. Leider gibt es auch noch genug unkastrierte Katzen und insbesondere viele Jungtiere, die im Sommer geboren wurden. Diese alle zu kastrieren, wird viel Arbeit, Zeit und Geld kosten.

Einige Katzen waren zahm und ließen sich streicheln und hochheben. Ich war erfreut über den insgesamt guten Zustand der Katzen. Es gab wenige verletzte und augenscheinlich kranke Tiere und die meisten wirkten gesund und munter. Die Hunde waren erfreulicherweise bereits zu 80 -90 Prozent kastriert.

Olga beklagte, dass immer wieder Hunde ausgesetzt werden, sowohl im Ort als auch vor ihrem Tierheim oder aber von ihren Halterinnen oder Haltern einfach auf die Straße gesetzt werden, weil sie sie nicht mehr halten können oder wollen. Die Fütterung der Straßentiere dauerte gut zwei Stunden und zum Glück sah ich keine toten, überfahrenen oder vergifteten Tiere, von denen Olga immer wieder berichtet. Erfreulich fand ich auch, dass die Anwohner sich freundlich mit Olga unterhielten, wenn sie sie bemerkten und keinesfalls den Eindruck machten, dass sie die Fütterung ablehnten oder die Tiere nicht mochten. Nachmittags ging es dann zur Apotheke, wo Olga Medikamente für die Tiere abholte.

Danach ging es zurück zum Tierheim, denn es war wieder Fütterungszeit und die Welpen mussten besonders versorgt werden. Während wir alles wischten und die Decken/Matten wechselten, durften die Hundemütter sich auf dem Tierheimgelände frei bewegen. Anschließend wurden die Tiere mit Medikamenten versorgt. Schließlich zeigte Olga mir ihre spärlichen Restfutterbestände. Insbesondere die Zunahme der Straßentiere seit Beginn der Corona-Pandemie führen dazu, dass immer mehr Futter benötigt wird.

Kooperation mit der Tierklinik

Am nächsten Tag fuhren wir zur etwa 90 Minuten entfernten Tierklinik, um drei Katzen und fünf Hunde impfen und chippen zu lassen. Hier finden auch die Kastrationen der Straßentiere unserer Kastrationsaktion statt, da die Klinik Sonderkonditionen bietet und durch ihre gute Arbeit und Flexibilität überzeugt. Ich habe in einem Gespräch mit einer der dortigen Tierärztinnen viel Interessantes erfahren und einen Eindruck darüber bekommen, wie dort gearbeitet wird. Wir unterhielten uns auch über die weiteren Möglichkeiten und Planbarkeit der Zusammenarbeit mit dem ETN. 

Nach unserem Besuch in der Tierklinik fuhren wir umgehend zurück ins Tierheim, luden alle Tiere aus und versorgten sie und die restlichen Tiere. Meinen letzten Abend ließen wir gemeinsam bei Olga ausklingen, die noch einmal betonte, wie froh sie über die Kooperation mit dem ETN ist, da sie nun viel mehr für die Tiere in ihrer Heimatstadt erreichen kann.

Abschied von Asprovalta

Am nächsten Morgen verabschiedete ich mich von den Tieren in Asprovalta und Olga Sirkou, und trat meine Heimreise an. Ich habe auf dieser Reise viele Eindrücke gesammelt und freue mich, dass der ETN den Straßentieren in Griechenland helfen kann und so engagierte Tierschützerinnen wie Olga in ihrer wichtigen Arbeit unterstützt.  Mein Besuch hat mir gezeigt, dass wir in Zusammenarbeit schon einiges für die Straßentiere von Asprovalta erreicht haben, der Weg aber noch ein weiter ist.

Olga vermittelt immer wieder einige der Hunde und Katzen, die sie gerettet hat, nach Deutschland, wo sie dann durch die Vermittlung von deutschen Tierschutzvereinen und Tierheimen ein endgültiges Zuhause bekommen. Immer noch gelten Mischlinge in Griechenland als minderwertige Tiere und sind deshalb vor Ort schwer vermittelbar. Aber Olga arbeitet seit Jahren mit Nachdruck und Leidenschaft dafür, ein Bewusstsein für den Wert dieser Geschöpfe zu schaffen.

 

Unsere Arbeit für die Straßentiere in Asprovalta können wir nur mit ihrer Hilfe fortführen – bitte spenden Sie für das Projekt unter dem Verwendungszweck „Asprovalta“.

 

Europäischer Tier- und Naturschutz e. V.
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Magazin RespekTIERE