Einsatz 

 für Tiere 

 in Not 

2. Februar 2022

Neues Jagdgesetz in Niedersachsen

In Niedersachsen plant die rot-schwarze Landesregierung vor der in diesem Jahr anstehenden Landtagswahl noch ein Geschenk an die Jägerschaft: Nachtzielgeräte sollen erlaubt, der „versehentliche“ Fang nicht jagdbarer Tiere straffrei gestellt und der Elterntierschutz weiter aufgeweicht werden. Dies verkündet nun das Aktionsbündnis Fuchs, das der ETN gemeinsam mit zahlreichen anderen Initiativen und Vereinen unterstützt.

Diese Novellierung des Niedersächsischen Jagdgesetzes missachtet die Belange des Tier- und Naturschutzes auf drastische Art und Weise, denn schon die bestehenden Ausnahmen vom Nachjagdverbot können zu erheblichen Störungen sowohl von jagdbaren Wildtieren als auch von Individuen der streng geschützten Arten führen. Nun soll Niedersachsen das erste Bundesland werden, in dem nicht nur Wildschweinen, sondern auch Füchsen, Dachsen und anderen Beutegreifern rund um die Uhr mit Nachtsicht- und Nachtzielgeräten nachgestellt werden darf. Damit wird die ursprüngliche Zielsetzung des Nachtjagdverbots, wenigstens den grundsätzlich tagaktiven Tierarten, wie den Rehen, den Hirschen und dem sogenannten Federwild eine störungsfreie Nachtruhe zu ermöglichen, ad absurdum geführt - und das trotz der rückläufigen Bestände von Wildschweinen, Waschbären oder Marderhunden.

Geht es nach der Langdesregierung, sollen die für die Aufzucht von Jungtieren erforderlichen Elterntiere außerhalb der von Behörden definierten Setz- und Brutzeiten straffrei getötet werden dürfen, wenn sie für den Jagdausübungsberechtigten nicht „erkennbar für die Aufzucht von Jungtieren notwendig“ sind. Da jedoch die tatsächliche Setzzeit etwa bei Füchsen wohl weit über die Zeitspanne hinausgeht, die von zuständigen Behörden festgelegt wird, legalisiert die neue Regelung letztendlich
Verstöße gegen den gesetzlich verankerten Elterntierschutz.

Die neuen Regelungen zu der ohnehin höchst umstrittenen und tierquälerischen Fallenjagd erleichtern es Jägern zudem, bei der Tötung nicht jagdbarer Tiere straffrei davonzukommen. So gilt: „Der unbeabsichtigte Beifang von Tieren (…) gilt als erlaubt.“ Nachdem die Jägerschaft immer wieder betont hat, dass ihre Fallen selektiv fangen, überrascht dieser Zusatz. Und da es in der Praxis unmöglich sein dürfte, Jägern etwa beim Fang bedrohter Tierarten Vorsatz nachzuweisen, gibt ihnen das quasi eine unbeschränkte Vollmacht für die Fallenjagd. Besonders kritisch dürfte das beim Einsatz von in Niedersachsen nach wie vor erlaubten Totschlagfallen sein.

Das Aktionsbündnis Fuchs, der ETN und seine rund sechzig weiteren Mitgliedsorganisationen verurteilen die geplanten
Änderungen des niedersächsischen Jagdgesetzes aufs Schärfste und fordern die Landesregierung dazu auf, den Jagdgesetzentwurf zu verwerfen. Stattdessen sollte eine Jagdgesetznovelle auf den Weg gebracht werden, die sich am aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand orientiert und die den Belangen des Tier- und Naturschutzes angemessen Rechnung trägt. Insbesondere ist die Bejagung von Füchsen und anderen Beutegreifern weder wissenschaftlich belastbar begründet, noch überhaupt zielführend. Die willkürliche Jagdausübung auf diese Tierarten ist nicht mehr als reine Lustjagd.

Alles zum Aktionsbündnis Fuchs finden sie hier.

 

Foto: Shutterstock.com

 

 

Europäischer Tier- und Naturschutz e. V.
Todtenmann 8 · 53804 Much
Tel +49 (0)2245 6190-0
Fax +49 (0)2245 6190-11
info@etn-ev.de

 

Magazin RespekTIERE