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 Exotische Tiere 

Kleine Igeltenreks - Lieber Bäume statt Couch und Käfig

Igel sollte man nicht halten? Aber was ist dann wenigstens mit einem kleinen Igeltenrek? Vielleicht ist der ja weniger kompliziert, und er sieht sogar fast genau wie ein Igel aus. Das könnte man ja versuchen, oder?

Lieber nicht. Dass er kein Haustier ist, hat der kleine Igeltenrek nämlich mit dem Igel gemeinsam.

Aber wieso nicht? Erstens sind Igeltenreks nachtaktiv. Sie fangen zwar um 15:00 Uhr schon langsam zu rumoren an, aber so richtig los geht’s für sie erst von 18 bis 22 Uhr. Und dann noch mal um 0 Uhr. Wer also seinen Igeltenrek beobachten will, der sollte dies am späten Abend tun, denn vorher kann man ihm höchsten dabei zusehen, wie er in einer Höhle verkrochen schläft. Wenn sein Besitzer aber um diese Uhrzeit lieber seine Ruhe haben oder schlafen möchte, muss er leider verzichten, denn das Klettern, Herumlaufen und Scharren des Igeltenreks kann schon mal recht laut werden.

Seine Höhlen, in denen er gerne viel Zeit verbringt, befinden sich normalerweise übrigens in 3 bis 6 Metern Höhe über dem Boden in Baumstämmen. Und das kann in einem Terrarium selbstredend nicht geboten werden. Denn auch wenn ein Igeltenrek dem Igel recht ähnlichsieht, unterscheidet er sich vor Allem darin von ihm, dass er sich die meiste Zeit in Bäumen oder Geäst aufhält. Auf dem Boden ist er selten anzutreffen. In einem Haus oder einer Wohnung wird es für ihn also sehr schwer, sich in den geliebten Höhen herumzutreiben.

Kleine Igeltenreks sind Fleischfresser und ernähren sich von diversen Insekten, die wohl die wenigsten freiwillig in ihrem Haus aufbewahren: Falter, Würmer und Käfer, aber auch zirpende Heimchen gehören zu seinen Hauptspeisen. Wer das also nicht gern bei sich Zuhause hat, sollte auch auf einen Igeltenrek verzichten.

Übrigens: Igeltenreks würgen das bereits Gefressene oftmals wieder hoch, spucken es aus und verzehren es dann erneut. Das ist nicht unnormal oder ungesund, aber sicherlich unappetitlich für den Besitzer.

Bekommt der Igeltenrek nicht genug zu Fressen oder es wird ihm zu kalt, verfällt er in einen Torpor, einen Art Starre- oder Schlafzustand, der dann mehrere Tage anhalten kann. In der Natur würde er dies in den Südwintermonaten jedes Jahr machen und sich für mehrere Monate in einen Unterschlupf zurückziehen. Das entspricht dem deutschen Sommer und damit hat der Igeltenrek nicht nur das Problem, dass er sich an sein neues Zuhause gewöhnen muss, sondern er muss außerdem noch herausfinden, wann sein Winterschlaf tatsächlich stattfinden soll. Somit hat der Halter nicht wirklich etwas von seinem kleinen Haustierchen, denn für diese Zeit darf man sie selbstverständlich nicht stören.

Wer sich also einen kleinen Igeltenrek anschafft, der hat höchstens in Sommernächten was von ihm, denn artgerecht ist es nur, ihm seinen Winterschlaf und seine Nachtaktivität zu lassen. Das heißt aber nicht weniger Arbeit für den Halter. Und will man sich dann wirklich so viel Aufwand für bis zu 13 Jahre, die ein Igentenrek alt werden kann, machen?

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Foto: shutterstock.com / Danny Austin

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