Einsatz 

 für 

 Exotische Tiere 

Exotische Tiere sind keine Haustiere!

Der ETN e.V. setzt sich gegen den Trend ein, exotische Tiere (wildlebende Tierarten die zumeist nicht in Deutschland natürlich vorkommen) als Haustiere zu halten. Insbesondere die über die sozialen Medien verbreiteten Videos von vermeintlich süßen Interaktionen von exotischen Tieren und Menschen suggerieren, dass exotische Arten sich gut als (coole) Haustiere eignen. Die Folge ist ein florierender (oft illegaler) Handel mit den Tieren, der auch den Fortbestand von Arten in freier Wildbahn gefährdet.

Der ETN spricht sich aus Gründen des Tier –, Arten – und Naturschutzes für ein Haltungsverbot für exotische Tiere, insbesondere bedrohter Arten, aus. Grund dafür sind die zahlreichen Probleme, die sich im Rahmen einer erlaubten Haltung von exotischen Tieren ergeben:

 

 1. Exoten können zur Gefahr für Menschen werden. 

Es gibt eine Vielzahl von Tierarten – unter anderem diverse Raubkatzen, Großreptilien, Bärenartige, Primaten -die ebenso eine große Gefahr - wenn nicht sogar eine größere - für Leib und Leben von Menschen als Gifttiere darstellen. Dies gilt insbesondere für unsachgemäß gehaltene Tiere, denn gestresste und kranke Tiere stellen auch immer eine erhöhte Gefahr für Menschen darstellen – ob durch physische Abwehrreaktionen oder Zoonosen (Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden). Schlimme Zoonosen, die in den letzten Jahren aufgetreten sind, sind zum Beispiel Salmonellen, die Vogelgrippe, SARS, Ebola, und zuletzt das Coronavirus.

 

 2. Es herrscht ein Mangel an Fachwissen zur Haltung exotischer Tierarten. 

Das nötige fachliche Grundwissen zur Haltung exotischer Tierarten ist nicht gegeben. Erste Ergebnisse der EXOPET-Studie zeigen, dass dies sowohl für die untersuchten Tierhalter*innen, als auch für Mitarbeiter*innen von Tierarztpraxen, Fachhandel, Tierheime, Auffangstationen, Tierbörsen und Zoofachgeschäfte gilt.
Bei vielen Tierarten ist zudem noch nicht mal in freier Wildbahn erforscht, unter welchen Bedingungen die Art lebt, so dass es schlichtweg unmöglich ist, eine artgerechte Haltung in Menschenobhut zu gewährleisten. Die Folge sind Tiere, die aufgrund nicht artgerechter Haltung Anzeichen von Stress, Aggression, Unter – oder Überernährung, und Krankheit zeigen.

Außerdem bleibt die Frage, wie potentielle Tierhalter*innen ihre Sachkunde nachweisen können, wenn es auch auf Seiten der Expert*innen nicht das nötige Fachwissen zu den vielen verschiedenen Tierarten gibt, die das Wissen potentiellen Halter*innen vermitteln oder es prüfen könnten?

 

 3. Es gibt nicht genügend spezialisierte Tierärzt*innen. 

Der Mangel an Fachwissen über exotische Tierarten gilt auch auf Seiten der Tierärzt*innen. Zwar gibt es wenige Tierärzt*innen, die auf Reptilien und Vogelarten spezialisiert sind, doch insbesondere die zunehmende Zahl an exotischen Säugern stellt Tierärzt*innen vor Probleme. Die fachgerechte tierärztliche Versorgung von exotischen Tieren kann so nicht angemessen erfolgen. Sicherlich einer der Gründe, warum viele Exoten in Haustierhaltung Anzeichnen von Krankheit zeigen und viel zu früh sterben.

 

 4. Es gibt nicht genügend Unterbringungsmöglichkeiten für Abgabetiere und konfiszierte Tiere 

Die Unterbringung von Abgabetieren (egal welcher Art) ist schon für die gängigen Haustierarten ein großes und kostspieliges Problem. Staatliche Unterstützung gibt es wenn nur für klassische Tierheime. Schon für Großtiere wie Pferde gibt es nur wenige Schutzhöfe, die sich ausschließlich über Spenden finanzieren müssen. Welche massiven Kosten das nach sich zieht, merken wir täglich auf unserem Tierschutzhof Huppenhardt.

Für exotische Tierarten sieht die Situation noch schlimmer aus. Es gibt nur eine Handvoll an Auffangstationen, denen es an den Ressourcen fehlt, um exotische Tierarten im größeren Maßstab aufnehmen zu können.  Das Fachwissen kann natürlich auch hier nur auf bestimmte Arten begrenzt sein, so dass auch die Auffangstationen vor dem Problem stehen, Abgabetiere artgerecht zu halten.  Zumal es sich dann oft um Einzeltiere handelt, für die es kaum möglich ist, einen artgleichen Partner*in zu finden. Und auch Zoos, die oft konfiszierten Tieren ein Zuhause geben, können nur begrenzt Tiere aufnehmen. Was dann folgt, ist oft die Euthanasie, zumindest von Arten, die nicht hoch bedroht sind. Sie müssen sterben, weil Menschen unbedingt ein cooles Haustier wollten.

 

 5. Durch die mangelnde Kontrolle des Online-Handels ist illegaler Handel sehr einfach. 

Tierverkäufe über Online-Plattformen wie ebay Kleinanzeigen, Quoka oder deine-tierwelt florieren. So ist es sehr einfach möglich, selbst bedrohte oder gefährliche Arten zu erwerben. Der Verkauf von Tieren – unabhängig ob klassisches Haustier oder Exot – findet hier zumeist ohne jegliches Beratungsgespräch oder Überprüfung der Eignung des Käufers wie Verkäufers statt. Auch die legale Herkunft des Tieres kann oft nicht gesichert werden, was insbesondere für den Artenschutz ein großes Problem darstellt. Das hat zur Folge, dass die entsprechenden Tiere nicht artgerecht und für Menschen sicher gehalten werden können. Hier besteht dringender Handlungsbedarf seitens des Gesetzgebers.


 6. Exoten können zu invasiven Arten werden. 

Nicht endemische Arten stellen eine Gefahr für heimische Tier- und Pflanzenarten dar und werden so zum Problem des Arten – und Naturschutzes in Deutschland. Ihren Ursprung finden sie allzu oft in einer nichtsachgemäßen Haltung und Unterbringung der Tiere. Sie werden ausgesetzt oder entkommen aus nicht sachgemäß gestalteten Gehegen. Durch fehlende Registrierung der Tiere – z.B. durch einen Chip wie bei Katzen, Hunden und Pferden Pflicht) sind die ursprünglichen Halter zumeist nicht zu ermitteln. Im besten Fall verendet ein ausgesetztes oder entwichenes Einzeltier elendig. Folgen sind jedoch oft teure Fangaktionen, oder, im schlimmsten Fall für heimische Flora und Fauna:  Die Entstehung einer weiteren invasiven Art, die wiederum entsprechende Kosten zur Regulierung nach sich zieht und unsere Natur nachhaltig schädigt.

 

 Fazit:  Ein*e echte*r Tierfreund*in würde sich niemals ein exotisches Haustier anschaffen, da das in jedem Falle nicht nur Tierleid bedeutet, sondern auch eine Gefährdung für die ganze Art, unsere Natur und auch unsere eigene Gesundheit darstellt!

 

Europäischer Tier- und Naturschutz e. V.
Todtenmann 8 · 53804 Much
Tel +49 (0)2245 6190-0
Fax +49 (0)2245 6190-11
info@etn-ev.de

Spenden Sie auf unser Bankkonto
bei der Kreissparkasse Köln
IBAN: DE22 3705 0299 0007 0070 06
BIC: COKSDE33XXX

Magazin RespekTIERE

Newsletter