Einsatz 

 für 

 Straßentiere 

Ein Monat im Kastrationszentrum

Anfang Juni wurden fünf kleine Kitten in einem Karton vor der Klinik abgestellt. In der Kiste befand sich eine Flasche mit heißen Wasser. Daraus konnten wir schließen, dass die fünf Weibchen erst vor Kurzem zurückgelassen wurden. Wir sahen uns die Aufnahmen der Überwachungskamera an, doch wegen der Maske, die die Frau trug, konnten wir sie nicht erkennen.

Die Kitten waren noch sehr klein und hatten gerade erst ihre Augen geöffnet. Sie konnten noch nicht eigenständig Nahrung aufnehmen, Wasserlassen oder Kot absetzen. So hatten wir also die nächste verwaiste Handaufzucht, um die wir uns kümmerten. An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass es in Plovdiv so viele Straßenkatzen gibt, dass man in solch einer Situation niemanden um Hilfe bitten kann. Denn jeder, der ein Herz für Tiere hat, kümmert sich hier bereits um Kitten. Also kauften wir Milchpulver und Nuckelflaschen und das Abenteuer begann. Im Halbwochentakt kümmerten wir uns abwechselnd um die Kleinen.  

Nach ein paar Tagen verweigerten zwei der Kitten die Nahrungsaufnahme, weshalb wir sie in die Tierklinik bringen mussten, in der wir arbeiten. Eigentlich versuchen wir es zu vermeiden, so junge Katzen in die Klinik zu bringen, weil das Risiko groß ist, dass sie sich mit einem Virus anstecken. Doch uns blieb leider keine andere Wahl. Die kleinste und schwächste Katze musste einige Tage stationär in der Klinik mit Vitaminen und Flüssigkeit versorgt werden. Schließlich waren aber alle fünf über den Berg und wir konnten sie in wunderbare Pflegefamilien vermitteln.

Eine Woche später fanden wir zufällig eine verletzte Katze auf der Straße. Sie war in einem sehr schlechten Zustand. Kraftlos und apathisch kauerte sie unter einem Auto. Natürlich wollten wir ihr helfen, also brachten wir sie in die gleiche Klinik, in der wir auch mit den Kitten waren. Wir befürchteten, dass sie an Panleukopenie leiden könnte, das ist eine häufig tödlich verlaufende, virusbedingte Katzenkrankheit, die auch als Katzenseuche bekannt ist. Zum Glück war das Testergebnis aber negative. Das waren jedoch leider die einzigen guten Nachrichten für die Katze. Nach einigen Untersuchungen stellte sich heraus, dass sie an Nierenversagen und FIP litt und außerdem tragend war – die wohl schlechteste Kombination. Darüber hinaus war sie stark dehydriert und litt an Blutarmut. Auch wenn die Prognose alles anderes als gut war, wollten wir um das Leben der Katze kämpfen. Rund um die Uhr kümmerten die Tierärzte sich um sie. Doch nach vier Tagen verlor sie den Kampf und verstarb.   

Neben diesen traurigen Fällen, gibt es aus dem Juni auch Positives zu berichten: Gemeinsam mit einem deutschen Tierarzt aus einem Kastrationszentrum in Rusa und einem Veterinär aus Sofia bereiten wir uns aktuell für eine Kastrationsaktion vor. Solche Kampagnen sind zwar immer mit sehr viel Arbeit  verbunden, aber sie sind dennoch ein Grund zur Freude. Denn nur so können wir möglichst vielen Straßentieren in kürzester Zeit helfen.

 

 

Einen ersten Eindruck des Kastrationszentrums finden Sie hier.

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Magazin RespekTIERE

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