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 Exotische Tiere 

Degus - kleine Nager, große Bedürfnisse

Viele werden sich beim Anblick dieses kleinen Nagers wohl denken: Oh wie süß! Aber ist es eine besondere Rattenart? Oder doch ein Chinchilla? Jedenfalls keine Maus. Richtig, es handelt sich nämlich um einen Degu.

Degus ähneln in ihrem Aussehen wahrhaftig einer Mischung aus Chinchilla und Ratte, haben aber ihren ganz eigenen Kopf. Gleichwohl sie ebenfalls in Gruppen gehalten werden sollten, sind Degus in ihrer Haltung besonders anspruchsvoll.

Die ursprünglich aus Chile stammende Nagetierart liebt es wirklich alles anzuknabbern. Ihr hoher Nagedrang macht auch vor Plastikeinrichtungen ihres Geheges nicht Halt und innerhalb von wenigen Stunden ist das Accessoire zerkaut. Wenn sie sich bedrängt fühlen oder übermütig im Umgang mit ihren menschlichen Haltern werden, können sie auch schnell zubeißen. Als Kuscheltiere eignen sie sich deswegen nicht besonders und somit auch nicht als neues Familienmitglied. 

Abgesehen davon sollte man sich vor der Anschaffung eines Degu fragen: ist es mir wert den ganzen Aufwand für 4-6 Jahre (denn so alt werden die kleinen Tiere in Gefangenschaft durchschnittlich) zu veranstalten? Die Anstrengung beginnt schon beim Bereiten des Degu-Territoriums. Da sie in der Natur in Höhlen und Tunnelsystemen leben, brauchen sie auf jeden Fall Kletter- und Buddelmöglichkeiten. Das sollte natürlich auf einer möglichst großen Fläche angeboten werden, da Degus viel Auslauf benötigen.

Zusätzlich brauchen die äußerst aktiven Nager viel Ruhe und sie vertragen keine Zugluft. Und der Käfig darf keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Wer Degus bereits jetzt für empfindliche Tierchen hält, der wird bei ihrem Ernährungsplan erstrecht genervt aufstöhnen:

Denn die richtige Zusammensetzung ist hier besonders wichtig. Leider neigen Degus zu Diabetes, Zucker ist also weitestgehend tabu. Das heißt kein Obst und auch nicht zu viel Getreide. Frisches Heu wird eher bevorzugt und auch gesunde Kräuter, doch ist es sehr wichtig, dass diese schadstoffarm sind, denn die kleinen Degu-Organismen sind extrem sensibel. Und so bereichernd Getreide auch ist, darf es auch nur einen kleinen Teil der Nahrung ausmachen. Bei der Fütterung ist also hohe Sorgfalt gefragt und zusätzlich auch etwas Kreativität, denn ihre ständig nachwachsenden Nagezähne wollen Degus auch pflegen.

Wer davon schon gestresst ist, kann nicht einmal am Abend abschalten, denn von frühmorgens bis spätabends sind die kleinen Nager äußerst aktiv. Wie bereits angedeutet müssen sie in Gruppen, am besten zu zweit bis fünft, gehalten werden. Das bedeutet also Lärm mal x. Sehr viel Pech hat man natürlich auch, wenn man an ein Weibchen und ein Männchen gerät: dann steht sehr schnell Degu-Nachwuchs an, denn Degus haben einen hohen Fortpflanzungstrieb.

Wer also nach kurzer Zeit mit diesen „unglaublich süßen“ Tierchen schon die Krise kriegt, sollte sich besser dreimal überlegen, ob man dem Anspruch der Nager über mehrere Jahre hinweg gerecht werden kann!

 

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Foto: shutterstock.com / Tom Meaker

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